Korrosionsvorgänge im Wasser-Dampf-Kreislauf (2021)

Inhalt:

Die Oxidation von unlegiertem Stahl unter den Bedingungen des Wasser-Dampf-Kreislaufs in einem thermischen Kraftwerk bildet eine Schicht auf der gesamten mediumberührten Bauteiloberfläche, bestehend aus den Eisenoxiden Magnetit (Fe3O4) und Hämatit (Fe2O3), die in der Regel zu einem ausreichenden Schutz vor einem weiteren Korrosionsangriff beiträgt. Durch Abweichungen vom bestimmungsgemäßen Betrieb, die unterschiedliche Ursachen haben können, werden jedoch Mechanismen aktiviert, die zu abtragender Korrosion oder korrosionsunterstützter Rissbildung führen können.

Vortragsthemen:

(Ausführliche Beschreibung siehe Stundenplan)

  1. Allgemeine Grundlagen zum Oxidationsverhalten von Stahl
  2. Erosionskorrosion
  3. Lochkorrosion
  4. katastrophale Heißwasseroxidation
  5. Spannungsrisskorrosion von ferritischen und austenitischen Stählen
  6. Schwingungsrisskorrosion
  7. dehnungsinduziert Risskorrosion

Hotelempfehlungen:

Anmeldeformular:

Stundenplan

Tag 1

09:00 - 09:30
Begrüßung und Organisatorisches
09:30 - 10:30
Kapitel 1+2: Allgemeine Korrosionsvorgänge in wässrigen Medien und Oxidationsverhalten in Wasser und Dampf bei hohen Temperaturen
Grundsätzlich sind die Stähle, die im Wasser-Dampf-Kreislauf verwendet werden, nicht ohne weitere Maßnahmen korrosionsbeständig gegenüber dem Arbeitsmedium Wasser. Das grundsätzliche Korrosionsverhalten von Stahl gegenüber den unterschiedlichen wässrigen Medien wird aufgezeigt und dient als Grundlage für die Behandlung der weiteren Korrosionsvorgänge in aufbereitetem Speisewasser bzw. Kesselwasser bei erhöhter Temperatur sowie in Heißdampf. Das Korrosionsprodukt, das sich auf der wasser- und dampfberührten Bauteiloberfläche bildet, reduziert die weiteren Korrosionsvorgänge mit zunehmender Schichtdicke. Während die sich im Wasser bildenden Schichten hinsichtlich ihres Schichtaufbaus von der Wasserkonditionierung abhängen, wird das Schichtwachstum unter Dampfbedingungen im Wesentlichen nur von der Rohrwandtemperatur bestimmt.
10:30 - 11:00
Kaffeepause
11:00 - 12:30
Kapitel 3: Erosionskorrosion
Erosionskorrosion führt häufig zu sehr flächigen Materialabträgen auf der Innenoberfläche von wasserführenden Rohrleitungssystemen. Die fünf wesentlichen Einflussgrößen sowie die möglichen Folgen für nachgeschaltete Systeme stehen im Vordergrund der Erläuterungen. Es werden die Prüf- und Diagnosemaßnahmen aufgezeigt, die sowohl nach dem Feststellen derartiger Korrosionserscheinungen als auch vorbeugend durchgeführt werden können bzw. müssen. Hierzu zählt insbesondere die Ermittlung der Bauteildicke mittels Ultraschall aber auch die visuelle Inspektion mittels Endoskop. Da bei beschleunigter Oxidation von wasser- und dampfberührten Bauteiloberflächen eine erhöhte Menge an Wasserstoff emittiert wird, lassen sich mithilfe einer kontinuierlichen Wasserstoff-Messung ggf. in Verbindung mit einer Eisengehaltbestimmung derartige Korrosionsprozesse vorbeugend ermitteln.
12:30 - 13:30
Mittagspause
13:30 - 15:00
Kapitel 4+5: Heißwasseroxidation und Lochkorrosion
Bei der katastrophalen Heißwasseroxidation kommt es in Verdampferrohren meist aufgrund von Problemen mit der Wasserchemie, der Durchströmung oder auch der Beheizung zu intensiven Oxidationsprozessen, die zu erheblichen Wanddicken¬reduzierungen führen. Zusätzlich führt das Abplatzen des Korrosionsproduktes Magnetit zu dessen Abtransport und zur Ablagerung an anderer Stelle, wodurch neue Schadensmechanismen entstehen können. Der Mechanismus der Lochkorrosion, deren Ursachen und ihre Auswirkungen auf die Bauteilintegrität werden aufgezeigt. Aufgrund von lokalen Beschädigungen der Magnetitschicht können sich Bereiche bilden, in denen eine lokale anodische Metallauflösung stattfindet.
15:00 - 15:30
Kaffeepause
15:30 - 17:00
Praktische Vorführungen
Neben Halbschalen aus betriebsbeanspruchten (Kessel-)Rohren, die einen Eindruck von unterschiedlichen Ausprägungsformen wasser- und dampfseitig gewachsener Oxidschichten geben, werden an zahlreichen Schadensbauteilen die unterschiedlichen Merkmale der jeweiligen Schadensarten besprochen. Die im Rahmen einer Korrosionsdiagnostik durchgeführten „Partikelanalysen“ sowie gezielte vor-Ort-Messungen der wasserchemischen Qualitätsparameter (z.B. Sauerstoff, Wasserstoff, Leitfähigkeit usw.) werden ebenfalls im Detail vorgestellt.
17:30 -
Get-Together / Erfahrungsaustauch
Im Anschluss besteht die Möglichkeit sich, mit den übrigen Seminarteilnehmern und dem gesamten StandZeit-Team über das Gelernte auszutauschen aber auch individuelle Probleme aus der eigenen Praxis zu diskutieren.

Tag 2

09:00 - 10:30
Kapitel 6+7: SwRK und DRK
Schwingungsrisskorrosion (SwRK) und Dehnungsinduzierte Risskorrosion (DRK) können als eine Dehnungswechselbeanspruchung bei gleichzeitig einwirkendem korrosivem Medium (Heißwasser) interpretiert werden („Korrosionsermüdung“). Insbesondere spielen hierbei der Sauerstoffgehalt, der Temperaturbereich und die bei transienter thermischer Belastung auftretenden lokalen Dehnungen aber auch die, während längeren Anlagestillständen herrschenden Bedingungen eine wichtige Rolle.
10:30 - 11:00
Kaffeepause
11:00 - 12:30
Kapitel 8: Spannungsrisskorrosionen an ferritischen Stählen
Es werden die unterschiedlichen Ausbildungsformen der Spannungsrisskorrosion (SpRK), wie z.B. klassische (anodische) SpRK, Flüssigmetallversprödung, dehnungsinduzierte SpRK und wasserstoffinduzierte SpRK sowie ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten dargestellt.
12:30 - 13:30
Mittagspause
13:30 - 15:00
Kapitel 9: Korrosion der austenitischen CrNi-Stähle
Insbesondere in den neuen Großkraftwerken mit Dampfparameter über 580°C haben die warmfesten austenitischen CrNi-Stähle in den letzten Jahren Einzug gehalten. Es sollen die Grundlagen der folgenden Korrosionsmechanismen dieser Stahlgruppe erläutert und diskutiert werden: - Oxidationsverhalten bei hohen Temperaturen (Abplatzverhalten der Oxidschichten) - Lochkorrosion - interkristalline Korrosion (Kornzerfall) - Spannungsrisskorrosion (SpRK) und interkristalline Spannungsrisskorrosion (IK-SpRK)
15:00 - 15:30
Kaffeepause
15:30 - 17:00
Gelegenheit zur Laborführung
17:00 -
Ende der Veranstaltung

Datum

Mai 05 - 06 2021
Vorbei!

Uhrzeit

9:00 am - 5:00 pm

Kosten

€840.00

Veranstaltungsort

StandZeit GmbH
Gutenbergstraße 2, 48653 Coesfeld
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